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Speiseröhrenchirurgie

Die Speiseröhre (Ösophagus) transportiert Nahrung und Flüssigkeit zwischen dem Mund und Magen  in den Verdauungstrakt. Erkrankungen der Speiseröhre können sich unter anderem durch Sodbrennen, saures Aufstoßen, Schluckbeschwerden, Regurgitation oder Schmerzen hinter dem Brustbein bemerkbar machen.

Von der präzisen Funktionsdiagnostik über die individuelle Therapieplanung bis zur modernen minimalinvasiven Operation und Nachsorge erhalten unsere Patientinnen und Patienten die Behandlung aus einer Hand. Mit etwa 180–200 Antireflux- und Achalasie - Operationen pro Jahr verfügt unser Team über eine umfangreiche Erfahrung in der chirurgischen Behandlung von Erkrankungen der Speiseröhre und des Mageneingangs. Unser Ziel ist eine individuell abgestimmte Behandlung, die Beschwerden reduziert, die Funktion der Speiseröhre berücksichtigt und die Lebensqualität nachhaltig verbessert.

Unsere operativen  Schwerpunkte sind:

Fundoplikatio und Hiatoplastik

Bei der minimalinvasiven Fundoplikatio wird der obere Teil des Magens um den unteren Abschnitt der Speiseröhre gelegt und dort fixiert. Auf diese Weise wird die Barriere zwischen Magen und Speiseröhre verstärkt und der Rückfluss von Mageninhalt reduziert. Besteht gleichzeitig eine Hiatushernie, wird der verlagerte Magenteil zunächst wieder in den Bauchraum zurückverlagert. Anschließend wird die Zwerchfellöffnung durch eine Hiatoplastik rekonstruiert und stabilisiert.

Die Eingriffe erfolgen in der Regel minimalinvasiv oder roboterassistiert. Ziel ist es, die natürlichen anatomischen Verhältnisse wiederherzustellen, den Reflux zu reduzieren und gleichzeitig eine möglichst ungehinderte Passage von Nahrung und Flüssigkeit zu erhalten.

RefluxStop™ Device

Für ausgewählte Patienten steht mit dem RefluxStop™ Device von Implantica ein weiteres modernes Verfahren zur operativen Behandlung der Refluxkrankheit zur Verfügung. Im Rahmen des Eingriffs wird zunächst die Anatomie am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen rekonstruiert. Eine bestehende Hiatushernie wird durch eine Hiatoplastik versorgt. Anschließend wird das RefluxStop™ Device im Bereich des Mageneingangs positioniert.

Das System unterstützt die Wiederherstellung der natürlichen anatomischen Verhältnisse und soll dadurch den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre reduzieren.

Ein wesentlicher Unterschied zur Fundoplikatio besteht darin, dass beim RefluxStop-Verfahren keine Magenmanschette um die Speiseröhre gelegt wird. Die Auswahl zwischen den verschiedenen Operationsverfahren erfolgt individuell und basiert auf den Beschwerden, den anatomischen Befunden sowie den Ergebnissen der Funktionsdiagnostik.

Laparoskopische (oder roboterassistierte) Heller-Myotomie bei Achalasie

Die Achalasie ist eine seltene Funktionsstörung der Speiseröhre. Dabei öffnet sich der untere Speiseröhrenschließmuskel beim Schlucken nicht ausreichend. Gleichzeitig ist die normale Transportbewegung der Speiseröhre gestört.

Betroffene leiden häufig unter:

  • Schluckbeschwerden
  • Regurgitation von Nahrung oder Flüssigkeit
  • Druck oder Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Völlegefühl
  • gegebenenfalls Gewichtsverlust

Im weiteren Verlauf kann sich die Speiseröhre zunehmend erweitern und ihre Transportfunktion beeinträchtigt werden.

Präzise Diagnostik

Die wichtigste Untersuchung zur Diagnosesicherung ist die hochauflösende Ösophagusmanometrie (HR-Manometrie). Sie ermöglicht eine genaue Beurteilung der Beweglichkeit der Speiseröhre und der Funktion des unteren Speiseröhrenschließmuskels. Je nach Beschwerdebild können ergänzend eine Gastroskopie, eine Röntgenuntersuchung der Speiseröhre sowie eine 24-Stunden-pH-Impedanzmessung durchgeführt werden. Da die komplette Funktionsdiagnostik in unserem Refluxzentrum durch unser eigenes spezialisiertes Team erfolgt, können die Untersuchungsergebnisse direkt in die individuelle Therapieplanung einbezogen werden.

Operative Therapie

Wenn eine operative Behandlung erforderlich ist, stellt die laparoskopische (oder roboterassistierte) Heller-Myotomie ein etabliertes Verfahren dar.  Dabei wird die Muskulatur des unteren Speiseröhrenschließmuskels über mehrere Zentimeter längs durchtrennt, während die Schleimhaut sorgfältig geschont wird. Dadurch kann sich der Mageneingang beim Schlucken wieder ausreichend öffnen und Nahrung leichter in den Magen übertreten. Die Operation erfolgt minimalinvasiv. Eine intraoperative Endoskopie kann dabei zur Kontrolle der Durchgängigkeit und zum Ausschluss einer Verletzung der Schleimhaut eingesetzt werden. Um einem möglichen vermehrten Reflux nach der Myotomie entgegenzuwirken, kann der Eingriff bei geeigneten Patienten mit einer partiellen Fundoplikatio kombiniert werden.


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