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Fuß und Sprunggelenk

Symbolbild Fuß und Sprunggelenk

Erkrankungen von Fuß und Sprunggelenk betreffen heute einen großen Teil der Bevölkerung, so dass die Vorstellung mit Beschwerden in diesem Bereich immer häufiger wird. Wir behandeln akute Verletzungen und chronische Unfallfolgen ebenso wie degenerative Erkrankungsbilder, Folgeschäden bei anderen chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes, rheumatische Grunderkrankungen o.ä.) und auch angeborene Deformitäten. Der Leidensdruck der uns vorgestellten Patienten ist hierbei häufig enorm, da schmerzhafte Veränderungen von Fuß und Sprunggelenk oft mit Gangbildveränderungen, Begrenzung der schmerzfreien Gehstrecke und Schwierigkeiten beim Tragen von Konfektions- und Arbeitsschuhwerk einhergehen und so eine große Belastung – u.a. auch im Arbeitsalltag – bedeuten können. Insbesondere folgende Krankheitsbilder werden von uns behandelt:

Verschleiß im oberen und unteren Sprunggelenk

Verschleiß bzw. Arthrose im oberen und/oder unteren Sprunggelenk kann verschiedene Ursachen haben: z.B. als Langzeitfolge nach Brüchen oder anderen schweren Verletzungen mit Beteiligung vom oberen oder unteren Sprunggelenk, chronische Instabilitäten (z.B. nach Bandverletzungen), degenerative Veränderungen oder auch Grunderkrankungen bspw. aus dem rheumatischen Formenkreis mit Manifestation am Sprunggelenk. Entsprechend der Vorgeschichte des Patienten, des klinischen und bildgebenden Untersuchungsbefundes und unter Hinzuziehung weiterer wichtiger Faktoren, haben wir die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Therapiealternativen zu entscheiden. Hierbei kommen verschiedene konservative als auch operative Therapieoptionen in Frage. Operativ stehen uns unterschiedliche Arthrodese- (Versteifungs-) Verfahren sowie auch die Möglichkeit einer Prothesenversorgung zur Verfügung, die wir sämtlich in unserem Hause selbst durchführen können.

Instabilitäten des Sprunggelenkes

Instabilitäten des Sprunggelenkes können z.B. nach einem oder wiederholten Umknicktraumata des Sprunggelenkes, aber auch anlagebedingt oder als Folge anderer Funktionsstörungen vorliegen. Da wiederholtes Umknicken mit immer wiederkehrenden (Mikro-) verletzungen – nicht nur am Kapsel-, Band- und Sehnenapparat – sondern auch am Gelenk und dessen Knorpel selbst einhergeht, was langfristig zu Verschleißerscheinungen und weiteren Problemen führen kann, ist es dringend erforderlich, sowohl akute (durch einen frischen Unfall aufgetretene) als auch chronische Instabilitäten vollständig abzuklären und eine entsprechende Therapie einzuleiten. Diese kann von Orthesenbehandlungen und operativer Versorgung akuter Verletzungen bis hin zur Behandlung chronischer Instabilitäten auf konservativem Wege (z.B. mit Stabilisierungsübungen auf dem Wackelbrett und Bewegungskreisel) oder operativer Rekonstruktion des stabilisierenden Kapsel- und Band-Apparates reichen.

Verschleißerscheinungen der Fußwurzel

Verschleißerscheinungen der Fußwurzel sind häufig die Folge von Störungen im Bereich des Fußgewölbes mit dabei auftretenden Inkongruenzen der sich gegeneinander verschiebenden Gelenkflächen, wodurch der Knorpel jeweils in Mitleidenschaft gezogen wird. Aber auch Langzeitfolgen nach vorangegangenen Verletzungen können sich in dieser Form bemerkbar machen. Häufig können solche Verschleißerscheinungen durch eine rechtzeitige und adäquate Einlagenversorgung (natürlich mit konsequentem Tragen der Einlagen) bei Knick-Platt-Fuß oder ähnlichen Fehlstellungen durch eine Stützung des Fußgewölbes hinausgezögert werden. Sollten die Veränderungen jedoch zu weit fortgeschritten sein, kann manchmal auch eine operative Behandlung mit teilweise notwendiger Versteifung einzelner Gelenke erforderlich werden. 

(Teil-) absterben des Sprungbeines

Ein (Teil-) absterben des Sprungbeines ist in der täglichen Praxis ein relativ häufig anzutreffendes Krankheitsbild mit sehr variabler Ursache. Durch die schwierige Durchblutungssituation des Sprungbeines kann es beispielsweise nach Brüchen am Sprungbein, aber auch als Folge „einfacher“ Umknicktraumata auftreten. Ebenso häufig ist jedoch auch gar keine Ursache auszumachen (idiopathisch) oder es liegen andere seltenere Ursachen zugrunde. Typischerweise findet man die häufigsten Veränderungen an der innenseitig gelegenen Sprungbeinschulter. Hierbei zeigt sich oftmals ein lokaler Defekt – z.T. mit Kontakt zur Gelenkfläche – der von einer Flüssigkeitsansammlung im umgebenden Knochen begleitet ist. Es muss hier jeweils die Entscheidung zwischen der Möglichkeit eines konservativen, d.h.abwartenden Verhaltens und der operativen Versorgung, z.B. mittels Anbohrung (zum Anfrischen und Druckentlastung) des Herdes, oder weiterführenden Reparaturmaßnahmen mit ggf. aufwendigen Knorpeltherapien je nach Ausdehnung und Tiefe des Herdes entschieden werden.

Instabilitäten des Mittelfußes

Instabilitäten im Bereich des Mittelfußes treten häufig im Rahmen von Fußgewölbestörungen auf, betreffen häufig den ersten Strahl und gehen oft mit anderen Deformitäten, wie z.B. einem Spreizfuß, einher. Hierbei kann entweder das instabile Gelenk selbst Beschwerden hervorrufen oder aber die daraus resultierenden bzw. damit einhergehenden Deformitäten (beispielsweise ein Hallux valgus) führen zu Beschwerden, die den Patienten letztendlich zu einer fachärztlichen Vorstellung motivieren. Bei rechtzeitig erkannten Instabilitäten ohne ausgeprägte ergänzende Deformitäten ist oft eine adäquate Einlagenversorgung (mit guter Abstützung) zunächst ausreichend. Bei ausgeprägteren und auch schmerzhaften Befunden, z.T. begleitet von einer Arthrose (Verschleiß) des instabilen Gelenkes, sind jedoch häufiger auch operative Maßnahmen mit Versteifung des betroffenen Gelenkes in einer korrekten, oftmals korrigierten Position erforderlich. Hierdurch lässt sich eine Spreiz- und auch Plattfußkomponente in einem gewissen Rahmen korrigieren.

Zehenfehlstellungen

Zehenfehlstellungen umfassen ein sehr breites Spektrum unterschiedlicher Deformitäten und Symptome, die auf verschiedenste Ursachen zurückzuführen sind. Hierbei unterscheiden wir die großen Gruppen von Fehlstellungen des ersten Strahles mit Abweichung der Großzehe im Grund- oder Mittelgelenk (Hallux valgus (interphalangeus)), von ähnlichen Fehlstellungen am fünften Strahl mit entsprechender Abweichung der Kleinzehe und Kleinzehendeformitäten (z.B. Krallen-, Hammer- oder Klauenzehe) mit und ohne Beschwerden im Bereich der angrenzenden Mittelfußköpfchen. Bei der Diagnostik und Therapieentscheidung sind hier der Anamnese des Patienten ebenso wichtige Informationen zu entnehmen wie der klinischen Untersuchung. Ein wichtiges – und häufig entscheidendes Werkzeug – bietet zudem das Röntgenbild, welches häufig näheren Aufschluss über die Ursache verschiedener Deformitäten und Beschwerden geben kann. So kann die Auswahl der geeigneten operativen Therapiemöglichkeit eingegrenzt werden, sofern die konservativen Therapiealternativen (Einlagenversorgung, Schuhzurichtungen usw.) erfolglos ausgeschöpft wurden und der Leidensdruck des Patienten zu groß wird. In Anbetracht der allgemeinen und speziellen OP-Risiken und einem gewissen Rezidiv-Risiko (insbesondere bei Hallux valgus) raten wir von rein kosmetischen Operationen jedoch ab.

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Brüche im Sprunggelenk, im Mittelfuß und der Zehen

Im Rahmen von Umknick-, Anprall- oder sonstigen Traumata kann es im Bereich von Sprunggelenk, Mittelfuß und der Zehen auch zu Brüchen kommen, die umgehend einer adäquaten Therapie zugeführt werden sollten. Hierbei erwägen wir stets die Möglichkeit einer konservativen Behandlung mittels entsprechender Ruhigstellung in Gips, Orthese, Spezialschuh oder entsprechenden Zügelungsverbänden. Hierzu muss jedoch auch die Stellung und Stabilität des Bruches sowie eine Beteiligung wichtiger Gelenke in die Überlegung einbezogen werden. Die mögliche zweitseitige Verschiebung des Bruches, z.B. durch Zug bestimmter Sehnen oder eine instabile Bruchkonstellation, dürfen bei der Entscheidungsfindung nie außer Acht gelassen werden. Zur operativen Versorgung der unterschiedlichsten Brüche und damit verbundenen Begleitverletzungen steht uns ein großes Sortiment an Implantaten zur Verfügung. Eine inadäquate oder ausbleibende Bruchbehandlung kann zu Fehlverheilung, ausbleibender knöcherner Durchbauung und auch zu Langzeitschäden in Form von Verschleißerscheinungen o.ä. führen und sollte daher dringend vermieden werden. Angewiesen sind wir hierbei auch auf die Mitarbeit des Patienten und ein Einhalten der vorgegebenen Nachbehandlungspläne.

Syndesmosenverletzungen

Syndesmosenverletzungen betreffen die stabilisierende Bandverbindung, die sich zwischen Wadenbein und Schienbein jeweils im vorderen und im hinteren Bereich knapp oberhalb des oberen Sprunggelenkes befindet. Diese kann im Rahmen von Sprunggelenksbrüchen (z.B. sogenannter Weber B- und Weber C-Fraktur), jedoch auch ohne eine knöcherne Verletzung im Rahmen eines Umknicktraumas auftreten. Da diese Bandverbindung zur Stabilisierung bzw. dem Zusammenhalten der Knöchelgabel mit Gewährleistung der Zentrierung des oberen Sprunggelenkes dient, ist nach Umknickverletzungen eine solche Verletzung stets mit in die diagnostischen und schließlich therapeutischen Überlegungen einzubeziehen, um langfristige Folgeschäden (wie Verschleiß im oberen Sprunggelenk oder chronische Instabilität) zu vermeiden. Bei Nachweis einer derartigen Bandverletzung sollte diese operativ versorgt werden, wobei neben einer Bandnaht in der Regel eine vorübergehende, meist für sechs Wochen angelegte Stabilisierung über ein bis zwei Stellschrauben erforderlich ist.

Angeborene oder erworbene Fehlstellungen im Rück-, Mittel- oder Vorfuß

Die allgemein bekannten Fußfehlstellungen wie Knick-, Senk-, Spreiz- und Plattfuß, die inzwischen nahezu als „Volkskrankheit“ gelten, sowie weniger bekannte und seltener auftretende Fehlstellungen wie (Ballen-) Hohlfuß, Spitzfuß, Klumpfuß oder Sichelfuß können sowohl einzeln als auch in Kombination auftreten und entweder angeboren oder erworben sein. Hierbei ist zur Festlegung der therapeutischen Strategie stets das Gesamtbild der Fehlstellung bzw. die Kombination sämtlicher Fehlstellungen und auch die entsprechende Ursache zu berücksichtigen. Eine frühestmögliche Behandlung - als bestes Beispiel hierfür kann der angeborene Klumpfuß angeführt werden, welcher durch unsere Kollegen der Sektion Kinderorthopädie behandelt wird – ist stets von Vorteil. Insbesondere kann eine frühe Behandlung oft noch konservativ versorgt werden, wobei je nach Ursache physiotherapeutische, orthopädietechnische o.ä. Maßnahmen erfolgreich sein können. Bei bereits fixierten Fehlstellungen bleiben letztlich oft nur noch die Versorgung mit orthopädischem Maßschuhwerk oder sehr aufwendige operative Verfahren mit entsprechendem Risikopotential.

Sehnenverletzungen

Sehnenverletzungen im Bereich von Fuß und Sprunggelenk können im Rahmen von Unfällen, aber auch aus degenerativen Ursachen heraus (z.B. im Rahmen bestimmter rheumatischer Erkrankungen) auftreten. Hierbei ist eine frühe Diagnosestellung und Behandlung stets wünschenswert und kann die besten Therapieergebnisse ermöglichen. Bei der Auswahl der Therapiemethode müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden. Eine Rolle spielen die Form des Risses, der Abstand zwischen den Sehnenenden, der Funktionsverlust und das Alter des Risses. Als konservative Maßnahmen können dabei Ruhigstellung mit Annäherung der Sehnenenden (z.B. im Spitzfußgips beim Achillessehnenriss) und Entlastung zur Anwendung kommen. Operativ steht uns eine große Bandbreite von OP-Techniken zur Verfügung, die von primären Sehnennähten bis hin zu aufwendigen Sehnentransfer-Operationen reichen. Darüber hinaus werden auch anderweitige, z.B. chronische Sehnenbeschwerden (ohne Rissbildung), von uns behandelt.

Überlastungsschäden der Sehnen

Die häufigsten Überlastungsschäden der Sehnen treten im Bereich der Achillessehne auf, jedoch kann auch jede andere Sehne im Bereich von Unterschenkel / Sprunggelenk und Fuß betroffen sein. Häufig machen sich diese Schäden durch einen Belastungs-, z.T. auch Ruheschmerz und eine lokale Schwellung / Auftreibung der Sehnen bemerkbar. Diese Überlastungsschäden an den Sehnen können langfristig auch zu degenerativen Rissbildungen oder Funktionsverlusten führen und sollten daher konsequent behandelt werden. Zur Behandlung von Sehnenerkrankungen kommen in erster Linie diverse konservative Therapiemaßnahmen in Frage, die von Querfriktionsmassagen, exzentrischen Dehnungsübungen, Einnahme von schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten, Hilfsmittelversorgung (z.B. Fersenkeil) zur Entlastung bis hin zu Reizbestrahlungen und Stoßwellenbehandlungen reichen können. Zu operativen Maßnahmen sollte erst nach vollständig ausgeschöpfter konservativer Therapie gegriffen werden.

Fehlstellungen des Rückfußes

Fehlstellungen im Bereich des Rückfußes, z.B. nach innen oder nach außen abkippendes Fersenbein, können durch angeborene Fehlstellungen oder auch erworbene Fehlstellungen bedingt sein. Eine Insuffizienz (Fehlfunktion) von stabilisierenden Sehnen kann beispielsweise eine solche Fehlstellung verursachen und muss von knöchernen Ursachen unterschieden werden. Des Weiteren ist auch eine fixierte von einer flexiblen Fehlstellung (Korrektur im Zehenstand) zu unterscheiden. Hiernach richtet sich letztlich auch die Wahl der Therapie. Während flexible und weichteilig (z.B. durch Sehnen) bedingte Fehlstellungen oftmals konservativ beherrschbar sind, beispielswiese durch Krankengymnastik, Einlagenversorgung o.ä., sind die knöchern bedingten und fixierten Fehlstellungen meist nur noch operativ behandelbar und benötigen in der Regel aufwändige, meist am Fersenbein erforderliche Umstellungsoperationen mit langwieriger Nachbehandlung.

Nervenengpass-Syndrome

Wie auch aus anderen Körperregionen bekannt, gibt es auch im Bereich des Fußes Nervenengpass-Syndrome, mit denen durch die Einengung eines Nervens hervorgerufene Beschwerden beschrieben werden. Die gängigsten Syndrome am Fuß sind sicherlich das Tarsaltunnel-Syndrom und im weitesten Sinne dazugehörig auch das Morton-Neurom. Hier können einschießende und im Versorgungsgebiet des Nerven fortgeleitete Schmerzen und z.T. Missempfindungen auftreten, die durch die Kompression, d.h. Druck eines Nervens im Bereich einer natürlichen Engstelle, verursacht werden. Häufig findet sich eine zusätzliche Beengung dieser Engstellen, welche z.B. durch Reizzustände, zusätzliche Vermehrung von Bindegewebe, Fehlstellungen oder auch nach Unfällen mit Knochenbrüchen auftreten können. Sofern mit konservativen Maßnahmen hier keine ausreichende Linderung der Beschwerden erreicht werden kann, kommen auch operative Maßnahmen mit Freilegung und Dekompression des betroffenen Nerven in Frage.

Letztes Aktualisierungsdatum: 4.5.2017


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