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HEH reduziert erfolgreich Anzahl an Bluttransfusionen 10.12.2019

BARMER-Krankenhausreport 2019: Herzogin Elisabeth Hospital reduziert erfolgreich Anzahl an Bluttransfusionen

Der aktuelle BARMER Krankenhausreport 2019 widmet sich dem Schwerpunktthema Patient Blood Management (PBM). Dabei handelt es sich um ein internationales, in vielen Ländern bereits verpflichtendes Projekt, das durch Vermeidung von Bluttransfusionen auf die Erhöhung der Patientensicherheit ausgerichtet ist. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der BARMER und des Herzogin Elisabeth Hospitals wurde am Dienstag die erfolgreiche Umsetzung des Patient Blood Management-Konzepts im HEH vorgestellt.

Das Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig nimmt seit 2015 als einziges Krankenhaus in Niedersachsen an dem deutschlandweiten PBM-Projekt teil und wurde im September 2017 erfolgreich zertifiziert. Durch das abteilungsübergreifende Konzept des PBM konnte der Verbrauch an Blutkonserven im gesamten HEH seit der Einführung um circa 60 Prozent reduziert werden.

Verantwortlich für die Umsetzung des PBM sind der Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin Prof. Dr. med. Christoph Wiese und die transfusionsverantwortliche Ärztin Kerstin Große Wortmann. Die Transfusionsraten im HEH konnten durch drei wesentliche Aspekte verringert werden:

  1. Rechtzeitige Erkennung und Behandlung einer schon vor der Operation bestehenden Blutarmut (Anämie). Eine unbehandelte Blutarmut erhöht im Rahmen einer geplanten Operation das Risiko, eine Fremdbluttransfusion zu erhalten. Daher ist es ratsam, die Blutarmut VOR der Operation zu behandeln. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, einweisenden Ärzten und Kliniken nötig.
  2. Minimierung des Blutverlustes im Rahmen der Operation und vermehrter Einsatz von fremdblutsparenden Maßnahmen. Zu diesem Zweck werden eine Vielzahl von Maßnahmen im HEH umgesetzt: Individuelle Überprüfung der Notwendigkeit von blutverdünnenden Medikamenten beim Patienten, Etablierung schonender OP-Verfahren und der Verzicht auf Wunddrainagen. Das Sammeln, Aufbereiten und Zurückgeben von eigenem Blut im Rahmen der OP mittels spezieller Maschinen (maschinelle Autotransfusion). Die Reduzierung von Blutabnahmen und die Verwendung kleinerer Röhrchen.
  3. Gabe von Fremdblut nach den aktuell gültigen Empfehlungen der Bundesärztekammer. Im HEH werden vor jeder Gabe von Fremdblut die aktuellen Empfehlungen abgefragt. Der transfundierende Arzt dokumentiert den individuellen Transfusionsgrund bei dem Patienten. Durch jährliche Schulungen im Bereich Transfusion werden die Ärzte über die aktuellen Regelungen informiert.

Durch das Zusammenwirken dieser vielen verschiedenen Maßnahmen ist es im HEH 2018 gelungen, die Wahrscheinlichkeit für die Gabe einer Fremdblut-Transfusion bei den zwei häufigsten Eingriffen, dem Hüft- und Kniegelenkersatz, gegenüber 2015 um die Hälfte zu senken, von jeweils circa 11 Prozent auf jeweils 6,5 Prozent.

 


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