Laparoskopie

Die Minimalinvasive bzw. Laparoskopische Chirurgie wird auch "Knopflochchirurgie" genannt. Dieser Ausdruck bezeichnet die Operationsmethode sehr treffend - es wird nur ein kleiner Schnitt gemacht, durch den der Eingriff vorgenommen wird. Hierfür werden mikrochirurgische Operationsinstrumente über Trokarhülsen eingesetzt, der Eingriff wird mittels einer Endoskop-Optik mit aufgesetzter Videokamera über einen Monitor überwacht. Zunehmend kommen auch Ultraschallskalpelle zum Einsatz, die noch mehr Sicherheit und schonendere Anwendung bieten.

Da für laparoskopische Operationen keine größeren Schnitte benötigt werden, gewährleistet diese Operationsmethode gegenüber einem offenen Eingriff weniger postoperative Schmerzen und eine schnellere Erholung und damit einen wesentlich kürzeren stationären Aufenthalt. Die Operationsmethode wird sowohl von Patienten geschätzt, die schnell zu ihren normalen körperlichen Aktivitäten zurückkehren müssen als auch von Patienten, für die kosmetische Aspekte wichtig sind (geringe Narbenbildung). Aber auch adipöse Menschen profitieren wegen der niedrigeren Komplikationsrate von dieser Operationsmethode.

Die laparoskopischen Operationstechniken, die hohe Anforderungen an den Operateur stellen, erweitern seit 1992 das operative Spektrum der Chirurgischen Klinik im HEH. Von insgesamt 2100 Operationen pro Jahr (davon 800 bauchchirurgische Eingriffe) werden bereits 30% laparoskopisch durchgeführt.


Diagnostische Laparoskopie (Bauchspiegelung)
Trotz aller modernen bildgebenden oder endoskopischen Diagnostikverfahren ist nicht immer bei allen Patienten eine endgültige Diagnose möglich. Hier kann die Bauchspiegelung genauso hilfreich sein wie bei der Beurteilung von Spätfolgen nach bauchchirurgischen Eingriffen. Bei Sichtung von Adhäsionen (Verwachsungen) können diese sofort beseitigt werden.


Laparoskopische Cholecystektomie (Gallenblasenentfernung)
Die laparoskopische Entfernung der Gallenblase hat sich als sicheres Verfahren zur Behandlung des Gallensteinleidens sowie der Gallenblasenentzündung etabliert.


Laparoskopische Appendektomie (Wurmfortsatzentfernung)
Die laparoskopische Entfernung des Wurmfortsatzes hat sich ebenfalls als sichere und effektive Methode in allen Stadien der Appendicitis erwiesen. Besonders bei fortgeschrittenen Stadien der Appendicitis profitieren die Patienten von der niedrigen Komplikationsrate und den Vorteilen des minimalinvasiven Vorgehens.


Laparoskopische Hernioplastik (Leistenbruchversorgung)
Das laparoskopische Verfahren der spannungsfreien Leistenbruchversorgung wird durch Einlage entsprechender Kunststoffnetze insbesondere bei doppelseitigen Leistenbrüchen, bei Rezidiven (Rückfall) und bei einseitigen Leistenbrüchen auf Wunsch der Patienten durchgeführt.


Laparoskopische Fundoplikatio (Antirefluxoperation)
Die laparoskopische Fundoplikatio ist eine komfortable, zuverlässige und sichere Operation zur Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit und von Zwerchfellbrüchen (Hiatushernien). Sie stellt eine Alternative zur medikamentösen Langzeittherapie dar. Die Akzeptanz bei Patienten und Ärzten wächst zunehmend.


Laparoskopische Sigmaresektion (Dickdarmteilentfernung)
Die laparoskopische Dickdarmteilentfernung wegen unkomplizierter und komplizierter Sigmadivertikulitis bietet eindeutige Vorteile gegenüber der offenen Operation und hat sich allgemein durchgesetzt. Laparoskopische Eingriffe am Dick- und Mastdarm zur Entfernung von bösartigen Geschwulsten werden bald auch zur medizinischen Routine gehören.


Laparoskopische Adhäsiolyse (Lösen von Verwachsungen)
Im Zuge von diagnostischen Laparoskopien können Verwachsungen gelöst werden.


Laparoskopische Operationen erfordern keine großen Schnitte, sind weniger schmerzhaft als vergleichbare offene Operationen und ermöglichen eine schnellere Erholung.

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Aktualisiert: 17.05.2013