Verstellbares Magenband (Gastric Banding)

Chirurgische Therapie des krankhaften Übergewichts
Extremes Übergewicht (Adipositas) stellt ein immer größer werdendes Problem in unserer Gesellschaft dar. Bereits jetzt leiden 20 % der Bevölkerung an Adipositas mit stark steigender Tendenz.

Die Gefahr beim extremen Übergewicht besteht in erster Linie in dem Risiko der Begleit- und Folgekrankheiten, was durch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien belegt wurde - die Anfälligkeit für Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Cholesterinerhöhung und Gicht steigt drastisch. Alle diese Krankheiten provozieren das Entstehen von Herzinfakt und Schlaganfall.
Für den Patienten steht allerdings die psychische Belastung durch das Übergewicht im Vordergrund. Durch sinkendes Selbstwertgefühl und zunehmende Einschränkung der sozialen Aktivitäten folgt oft eine soziale Isolation und depressive Verstimmung. Die Lebensqualität sinkt.

Die chirurgische Therapie des krankhaften Übergewichts entwickelt sich immer mehr zu einer Behandlungsalternative, wenn mit den herkömmlichen Methoden keine dauerhafte Gewichtsreduktion erreicht werden kann. Diäten haben eine erschreckend niedrige Erfolgsbilanz aufzuweisen und führen häufig zu dem sogenannten Jojo-Effekt mit Übertreffen des Ausgangsgewichts einige Zeit nach Rückkehr in die normale Lebenssituation. Dies führt bei den Patienten zu Frustration und verstärkt die psychische Belastung.

Die Einteilung der Schwere des Übergewichts erfolgt nach dem Body-Mass-Index (BMI). Hierfür wird das Gewicht in kg durch die Körpergrösse in Metern zum Quadrat dividiert.


Beispiel für eine 100kg schwere und 1,70m große Person: 100 kg / (1,7 x 1,7) = BMI 34,6


Hier geht´s direkt zu einem externen Body-Mass-Index Rechner der Website: www.pharmacie.de.

Die Indikation zur Operation wird ab einem BMI von über 40 gesehen, vor allem dann, wenn bereits Begleiterkrankungen vorliegen.

Mit dem Magenband wird die Nahrungsaufnahme begrenzt, weil frühzeitig ein Sättigungsgefühl eintritt - durch die damit verbundene verminderte Kalorienzufuhr wird die Gewichtsreduktion erreicht. Das Magenband wirkt nicht bei Patienten, deren Übergewicht durch übermäßigem Konsum von hochkalorischen Nahrungsmitteln und Getränken bedingt ist - Süßigkeiten, Chips, Bier, Cola usw. rutschen durch. Daher ist eine hohe Motivation und Mitarbeit der Patienten erforderlich.

Das anpassbare Magenband wird in den meisten Fällen laparoskopisch (Bauchspiegelung, "Schlüssellochchirurgie"), also ohne großen Bauchschnitt implantiert. Das Magenband ist ein Kunststoffband, das um den Mageneingang gelegt wird und über einen kleinen Schlauch mit einer Port-Kammer (Ventil) verbunden ist, die unter der Haut platziert wird. Über diesen Port kann ein Ballon im Magenband wie ein Fahrradschlauch mit Wasserbefüllt und entleert werden. So kann die Enge des Mageneingangs zur Steuerung der Gewichtsabnahme individuell variiert werden. Ein Vorteil dieses Verfahrens ist die vollständige Reversibilität - die Entfernung des Systems ist in der Regel ebenfalls laparoskopisch möglich. Das Magenband sollte jedochmöglichst lange (unter Umständen lebenslang) verbleiben.
Am Tag nach der Operation ist es möglich, zu trinken und meistens wird schon ab dem zweiten Tag mit dem Kostaufbau begonnen. Für die ersten vier Wochen ist breiige Kost oder sehr gut durchgekaute Nahrung empfehlenswert.

Das System beeinflusst die Verdauung nicht, so dass bei ausgewogener Ernährung eine Nahrungsergänzung nicht erforderlich wst Allerdings ist der Patient gezwungen, die Nahrungszufuhr drastisch zu reduzieren und die Nahrung sorgfältiger zu zerkauen. Übermäßige Nahrungszufuhr oder große Brocken führen zu einem schmerzhaftem Druckgefühl im Oberbauch bis hin zum Erbrechen. In der Regel lernt der Patient in den ersten Wochen seine Nahrungszufuhr der neuen Situation anzupassen.

Während der ersten 6 Monate nach der Operation kommt es durchschnittlich zu einer Verminderung des Übergewichts um 70 %. Nachuntersuchungen durch den Operateur sind dringend erforderlich, um die Weite des Bandes der individuellen Gewichtsabnahme anzupassen. Üblicherweise erfolgt eine ambulante Kontrolluntersuchung nach 1, 3, 6 und 12 Monaten.

Für weitere Fragen oder eine Beratung stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.


Spezialsprechstunde
Dr. med. Köhler
Chirurgische Ambulanz
h.koehler@heh-bs.de
0531/699-2500

Termin nach Vereinbarung

A- A A+ Drucken
Aktualisiert: 19.06.2013