OP Therapie bei Verschleißerkarnkungen des Sprunggelenkes

Das Sprunggelenk ist die Verbindung zwischen Unterschenkel und Fuß. Man unterscheidet zwischen dem oberen und dem untere Sprunggelenk. Das obere Sprunggelenk ermöglicht die Auf- und Abwärtsbewegungen des Fußes, das untere Sprunggelenk die Auswärts- und Einwärtsdrehung. Aus dem Zusammenspiel dieser beiden Teile des Sprunggelenks ergibt sich die Beweglichkeit des Fußes, um beim Gehen und Laufen Unebenheiten des Bodens auszugleichen, sicher aufzutreten und im Stehen das Gleichgewicht zu halten (was besonders im Einbeinstand deutlich wird.)

Das Sprunggelenk ist eines der am stärksten belasteten Gelenke des Körpers, da es bei jedem Schritt das gesamte Körpergewicht tragen und auf den Boden umsetzen muss. Verschleißerkrankungen des Sprunggelenkes können isoliert das obere oder das untere, aber auch in Kombination beide Gelenke betreffen. Ursachen für den Verschleiß können eine schwere oder aber viele kleinere Verletzungen sein, eine rheumatische Erkrankung oder auch die Folge einer Kinderlähmung.


Beschwerdesymptomatik
Schmerzen bei oder nach einer Belastung sind die ersten Symptome, die die Patienten zum Arzt führen. Die Bewegungseinschränkungen treten eher schleichend auf und werden anfangs nur selten wahrgenommen. Im späteren Verlauf treten die Schmerzen auch in Ruhe und bei Lageveränderung auf. Die Bewegungseinschränkungen nehmen kontinuierlich bis zur Wackelsteife des Gelenkes zu. Die Erhebung der Krankengeschichte und vor allem das Röntgenbild führen schnell zur richtigen Diagnose.


Behandlungsstrategien
Bei der Behandlung unterscheidet man die konservative (nicht operative) und die operative Therapie. Die Entscheidung, welches Therapieverfahren Anwendung finden soll, ist abhängig von der Ursache des Verschleißes (z. B. Rheuma), der Beschwerdesymptomatik, dem Röntgenbefund, dem Patientenalter, aber auch von den zu erwartenden Belastungen, denen das Sprunggelenk in der Zukunft ausgesetzt sein wird.


Konservative Therapie
Zu Beginn der Erkrankung ist die konservative Behandlung sinnvoll. Wie auch bei den Verschleißerkrankungen des Hüft- und Kniegelenkes gilt hier der Leitsatz: „so wenig Belastung wie nötig und so viel Bewegung wie möglich". Dazu gehört, dass ein Übergewicht reduziert werden muss und dass die beruflichen und sportlichen Aktivitäten der Erkrankung angepasst werden. Die Beschwerden können im frühen Stadium mit krankengymnastischen Übungen, mit einer physikalischen Therapie, mit bestimmten Medikamenten - auch als Gelenkinjektionen - sowie orthopädie-schuhtechnischen Maßnahmen gut gelindert werden. Durch nach Maß hergestellte Arthrodesestiefel kann eine Versteifung des Sprunggelenks simuliert werden, falls Faktoren gegen eine versteifende Operation sprechen.


Operative Therapie
Einen Hauptschwerpunkt der Orthopädischen Klinik Braunschweig bildet die Behandlung der Erkrankungen der großen Gelenke, so auch des Sprunggelenkes. Sämtliche Techniken der gelenkerhaltenden (meist arthroskopischen = gelenkspiegelnden, aber auch offenen), der rekonstruktiven und der gelenkversteifenden Maßnahmen werden beherrscht und durchgeführt.


Gelenkerhaltende Operationen
Je nach Schwere der Veränderungen an Schleimhaut, Knochen oder Knorpel können diese im Rahmen einer Gelenkspiegelung sicher behandelt werden. Bei schweren Schäden am Gelenkknorpel finden an der Orthopädischen Klinik Braunschweig alle geeigneten Therapien Anwendung wie Mikrofakturierung, Mosaikplastiken oder die körpereigene Knorpelzelltransplantation.


Gelenkersatzoperationen
Ähnlich wie beim Hüft- und Kniegelenk kann auch das schwer geschädigte Obere Sprunggelenk durch einen künstlichen Ersatz in der Beweglichkeit erhalten werden. Hierzu werden die Oberflächen der gelenkbildenden Knochen (Schienbein und Sprungbein) durch zementfrei fixierte Gleitflächenpartner ersetzt. Eine dazwischen liegende Polyethylenscheibe sichert den größtmöglichen Schutz vor Abrieb und Verschleiß. Zur sicheren Einheilung des Kunstgelenkes ist eine mehrwöchige Teilbelastung erforderlich. Die Rehabilitation beginnt am ersten Tag nach der Operation mit Bewegungsübungen. Danach wird das Laufen an Gehstützen geübt. Eisauflagen, Lymphdrainagen und weitere medikamentöse und physikalische Behandlungen flankieren die Rehabilitation während Ihres kurzen stationären Aufenthaltes. Diese werden dann in einer Rehabilitationsklinik oder ambulant weitergeführt.Wie bei allen Kunstgelenken besteht auch bei der Sprunggelenk-Endoprothese das Hauptproblem in der Gefahr der möglichen Lockerung der Prothesenteile. Anders als bei den Endoprothesen des Hüft- und Kniegelenkes ist hier eine Wechseloperation technisch noch nicht ohne weiteres möglich. Nach Entfernung der gelockerten Prothese kann hier jedoch die Einstellungsoperation zur Versteifung das Problem sicher lösen.


Versteifung des Sprunggelenkes
Ist eine Gelenkersatzoperation nicht mehr möglich oder nicht sinnvoll, kann eine Operation zur Versteifung des Gelenkes durchgeführt werden. Die ist sowohl für das obere, das untere oder das vordere Sprunggelenk oder in Kombination aller drei Kompartimente (Triple-Arthrodese) möglich. Hierbei werden die erkrankten Anteile der gelenkbildenden Knochen entfernt und die gesunden, vitalen Knochen aufeinandergestellt und durch Schrauben oder in seltenen Fällen auch durch einen äußeren Verspanner zur knöchernen Durchbauung unter Kompression gebracht. Zur ungestörten Heilung ist eine Entlastung von 8 bis 12 Wochen notwendig. Der natürliche Abrollvorgang des Fußes wird durch die Versteifung nur unwesentlich beeinträchtigt und kann durch Abrollhilfen an den Schuhen noch verbessert werden.

Sprunggelenk
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Aktualisiert: 22.05.2013