Magenband

Wer kommt für ein Magenband in Frage?
Zur Feststellung, ob ein Magenband für Sie geeignet ist, werden meist u.a. folgenden Kriterien herangezogen:

* Sie leiden seit mehr als 5 Jahren an starkem Übergewicht.
* BMI über 40 kg/m².
* Alter zwischen 18 und 60 Jahren.
* Sie leiden an Gesundheitsproblemen, die mit Fettleibigkeit in Verbindung stehen, z.B. Diabetes, Gelenkprobleme, Bluthochdruck, Herzprobleme oder Schlaf-Apnoe.
* Sie haben ernsthaft versucht (auch unter ärztlicher Aufsicht!) abzunehmen und waren zunächst erfolgreich, haben dann aber wieder zugenommen.
* Sie sind bereit, Ihre Eßgewohnheiten und Ihre Lebensweise drastisch zu ändern und sich regelmäßig überwachen zu lassen. Insbesondere nehmen Sie keine Süßigkeiten und süßen Getränke zu sich bzw. Sie können darauf verzichten.
* Sie leiden an keiner Krankheit, die möglicherweise die Ursache Ihres Übergewichts ist (z.B. Schilddrüsen-Unterfunktion, Nebennierenrinden- Überfunktion). Für die Patienten mit extremen Formen von Übergewicht (BMI: Body Mass Index > 40 kg/m²), die durch Diät, Verhaltensänderung oder Medikamente ihr Gewicht nicht mehr reduzieren können, wurden in den letzten Jahren verschiedene Operationsmethoden entwickelt.


Wie wird operiert?
Die Operation dauert ein bis zwei Stunden und wird in Vollnarkose durchgeführt. Das Magenband wird im Regelfall durch einen laparoskopischen Eingriff durchgeführt: Mittels 4-5 kleiner Einstiche werden die Spezialinstrumente für die Operation in die Bauchhöhle eingeführt.


Was wird gemacht?
Das verstellbare Magenband ist ein Band aus Silikon mit einem Ballon, das individuell durch eine Injektion aufgefüllt werden kann. Das Band wird laparoskopisch um den oberen Teil des Magens gelegt. Der Magen wird dadurch in zwei Teile geteilt: ein kleiner Teil oberhalb des Magenbandes mit ca. 15-20 ml Inhalt (Pouch=Magentasche) und ein großer Teil unterhalb des Magenbandes. Das verstellbare Magenband bietet dem Chirurgen die Möglichkeit, die Enge des Magenbandes genau einzustellen.

Das Schwedenband, zur Verfügung gestellt von der Firma Johnson & Johnson Medical Product GmbH und unterliegt dem Copyright!

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Nach der Operation
Nach dem Abklingen der Narkose werden Sie wahrscheinlich eine Zeit lang Schmerzen haben, die aber mit herkömmlichen Schmerzmitteln sehr wirksam gelindert werden können. Pflegepersonal und Physiotherapeuten werden Sie dazu ermutigen, das Bett nach der Operation so bald wie möglich zu verlassen und sich zu bewegen. Das ist sehr wichtig zur Vorbeugung von Thrombosen, Atemwegsproblemen und Druckgeschwüren. Einen Tag nach der Operation wird eine Röntgenaufnahme gemacht, während der Sie eine Flüssigkeit schlucken müssen. Sie können diesen Vorgang auf dem Röntgenschirm verfolgen. Der Zweck dieser Untersuchung ist, festzustellen, ob das verstellbare Magenband richtig platziert wurde und die neue Öffnung durchgängig ist. Sie müssen ca. drei Tage im Krankenhaus bleiben. In den ersten Tagen nach der Operation werden Sie feststellen, dass Sie sich abends schneller müde fühlen als sonst. Das sind die normalen Nachwirkungen der Narkose. Wenn keine Komplikationen auftreten, können Sie innerhalb von ein oder zwei Wochen wieder Ihre normalen Aktivitäten aufnehmen.


Wie funktioniert das Magenband?
Das Magenband zwingt den adipösen Patient, sein Essverhalten zu ändern. Er muss die Ernährungszufuhr einschränken, länger kauen. Große Speisereste könnten für längere Zeit den engen Kanal, Stoma genannt, zwischen Pouch (Magentasche) und Restmagen verlegen. Es kann zum Erbrechen kommen, wenn der Patient auf einmal mehr Nahrung zu sich nimmt, als der Pouch (Magentasche) zulässt. Die Patienten lernen jedoch nach zwei bis drei Monaten, die Nahrungszufuhr anzupassen, sodass die Erbrechenshäufigkeit mit der Zeit kontinuierlich absinkt.

Das Schwedenband der Firma Johnson & Johnson Medical Product GmbH

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Essen und Trinken nach der Operation
Der Chirurg und/oder Diätetiker werden Ihnen sicherlich das neue Essverhalten, das Sie sich angewöhnen sollen, eingehend erklären. Beim Gespräch mit diesen Experten erhalten Sie genaue Anweisungen, und sie werden Ihnen helfen, sich allmählich mit dem veränderten Lebensstil und den neuen Essgewohnheiten vertraut zu machen.Es ist außerordentlich wichtig, dass Sie sich in der Zeit nach der Operation genau an die Anweisungen für das Essen und Trinken halten. Besonders in den ersten Wochen nach der Operation ist es wichtig, den "kleinen" Magen über dem Band nicht unnötig zu dehnen, denn die neue Magenstruktur muss sich erst an die veränderte Situation anpassen. Der Anpassungsprozeß kann einen Monat oder länger dauern.


Allgemeines
Flüssigkeit passiert den reduzierten Magen rasch, so dass sich das Sättigungsgefühl nicht so schnell einstellt, Beim Essen muss man sehr vorsichtig sein, weil zu große Nahrungsmengen oder zu große Nahrungsbrocken die verengte Öffnung verstopfen können. Diese Komplikation lässt sich jedoch leicht verhindern, wenn man die Nahrung gut kaut und immer nur kleine Mengen verzehrt. Man sollte versuchen, drei kleine Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen und darauf achten, dass diese Mahlzeiten genügend Nährstoffe enthalten. Eine gesunde Mahlzeit besteht aus Gemüse, Fleisch, Brot und/oder Milchprodukten. Der Chirurg und/oder Diätetiker können Sie bei der Ernährungsumstellung unterstützen.


Erfolge
Neue Studien: Auch zwei neue Studien (1,2) aus Europa kommen zu dem Ergebnis, dass die laparoskopische Magenband-Operation mit einer niedrigen Morbidität und Mortalität (Sterblichkeit) verbunden ist. Die Patienten haben in beiden Studien ca. die Hälfte ihres Ausgangsgewichtes nach der Operation innerhalb von 2 Jahren verloren. Die Langzeit-Komplikationen waren jedoch nicht gering, sodass das Verfahren der laparoskopischen Magenband-Operation zunächst in erfahrenen Zentren bei entsprechender Indikation durchgeführt werden sollte.


Risiken und Komplikationen
Komplikationen können sich während und kurz nach jeder Operation einstellen, so auch bei dem Eingriff, der zum Einsetzen des verstellbaren Magenbandes notwendig ist. Komplikationen allgemeiner Art sind Lungeninfektionen, Milz- oder Leberschäden, Lungenprobleme, Thrombose und Wundheilungsstörungen. Zu den speziellen Komplikationen, die beim verstellbaren Magenband auftreten können, gehören Durchrutschen des Magens durch das Band und Magenüberdehnung (wobei der Magen durch übermäßige Nahrungsaufnahme ausgedehnt wird; er kann dadurch kippen und die Öffnung blockieren). Auch ein erosives Einwandern des Bandes in den Magen ist möglich. Schließlich besteht auch die Gefahr einer Magenperforation während der Operation. Bei Auftreten einer dieser Komplikationen müssen Sie unter Umständen länger im Krankenhaus bleiben oder müssen zu einem späteren Zeitpunkt nochmals ins Krankenhaus eingewiesen werden. Es kann außerdem zu kleineren Komplikationen kommen, die allerdings kaum einen Einfluss auf den Genesungsprozess haben. Besondere Vorsichtsmaßnahmen und besondere Sorgfalt sind bei Patienten mit bestehenden Erkrankungen, wie z.B. Diabetes oder chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung, angezeigt.


Entfernung des Bandes
In manchen Fällen kann es notwendig sein, das Band wieder zu entfernen. Wurde das verstellbare Magenband laparoskopisch eingesetzt, kann es in der Regel auf die gleiche Weise wieder entfernt werden. Da das Band aus einem Spezialmaterial hergestellt ist, besteht nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass das Band in den Magen und das umliegende Gewebe einwächst. Zur Zeit sind keine Gründe bekannt, aus denen das Band zu einem bestimmten Zeitpunkt ersetzt oder entfernt werden muss, es sei denn, es treten Komplikationen auf, oder der Gewichtsverlust bleibt aus. Trotzdem lässt sich nur schwer sagen, ob der Patient das Band sein Leben lang tragen kann.

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Aktualisiert: 22.05.2013